More than Honey: Das Sterben der Bienen

In diesen Tagen kommt eine Dokumentation zum Thema Bienen in die Kinos- genauer: das Sterben der Bienen. 1/3 der Honigbienen tot1, ein Desaster für den Menschen. Denn im ZDF-Bericht sagt ein Imker, Bienen wären das „drittwichtigste Nutztier“1.

Doch weshalb? Ein Grund dafür ist die Varoa-Milbe, ein Parasit1. Der andere: Pestizide. Allein die US-Landwirtschaftsindustrie verwendet jährlich ca. 363000 Tonnen Pflanzenschutzmittel, und Amerikas Haushalte noch mal ca. 32000 Tonnen2. Zu den Pestiziden gehört auch die Gruppe der Neonikotinoide3. Neonikotinoide werden seit den 90ern in Feldversuchen und mittlerweile auch flächendeckend verwendet. Hierbei handelt es sich um sehr toxische Insektizide, die zudem langlebig sind und sich im Boden anreichern. In Deutschland wurden 2011 296 Tonnen solcher Produkte verkauft, 1765 t exportiert3.

Und wer stellt solche Produkte her? Bayer CropScience, der größte Pestizidkonzern der Welt3,4, und die weltweite Nummer 2, Syngenta. Und was für Firmen sind das? Deutsche und Schweizerische!. Und Neonikotinoide sind ein Mega-Geschäft. Zwischen 2005 und 2007 konnte Bayer bei einem solchen Wirkstoff einen Zuwachs von 135% verbuchen3.

2008 starben Zehntausende Bienen und Schmetterlinge am Oberrhein am Einsatz solcher Pestizide, in dem Fall Bayers 135%-Kassenschlager3. Die Rede ist vom Mittel Clothianidin, das auch in anderem Umfeld bekannt wurde.

2003 in den USA zugelassen, wollte Bayer 2010 bei der US-Umweltbehörde EPA die Verwendung ausweiten. Doch es gab genug Gründe dagegen: Frankreich, Italien und Slowenien hatten das Insektizid ganz verboten, und es gab ‚Hinweise, dass es Bienen und die Fortpflanzung von Pflanzen beeinflusste. Ein Memorandum von EPA-Wissenschaftlern berichtet über die Risiken. Und über eine entlastende Studie, die allerdings wissenschaftlichen Überprüfungen offensichtlich nicht genügt5.

Zur Wirkung: Clothianidin wirkt auf das zentrale Nervensystem, tötet nicht direkt, zerstört aber überlebenswichtige Funktionen und beeinflusst die Orientierungsfähigkeit. Auch bei Hummeln wurde ein Rückgang bei der Produktivität der Königin und dem Koloniewachstum im Allgemeinen festgestellt. Aktuelle Studien legen auch nahe, dass das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel zu einseitig ist und Biodiversitäts-Fragen nicht genug Bedeutung schenkt. Auch stellten Wissenschaftler fest, dass die Dosierungen, bei denen Pestizide Effekte zeigen, 10-100 Mal niedriger liegen als bei den Zulassungsverfahren berücksichtigt wird. Außerdem werden bestimmte Probleme kaum berücksichtigt, z.B. dass Bienen allgemein als Konsequenz der Blütenarmut ein geschwächtes Immunsystem haben. Dabei sagt die NGO „BUND“, Alternativen zu Neonikotinoiden seien vorhanden. 3

Anbei noch die

„Forderungen des BUND zur Reduktion des Einsatzes von Pestiziden

Der BUND will dem Sterben der Bienenvölker nicht weiter zusehen. Deshalb fordert der Umweltverband von der

Bundesregierung:

 Verbot bienengefährdender Pestizide und eine sofortige Überprüfung aller auf dem Markt befindlichen Neonikotinoide,

insbesondere deren Auswirkungen auf Bienen, Hummeln, andere Insekten und Vögel;

 Zehn Prozent ökologische Ausgleichsflächen auf den bewirtschafteten Agrarflächen;“3

 Verstärkte staatliche Kontrollen des Einsatzes von Pestiziden und angemessene Sanktionen von Verstößen;

 Anlage von Gewässerrandstreifen an Ackerflächen in einer Breite von 10 bis 20 Metern;“

Und wer jetzt denkt, „wen interessieren schon Bienen“, der sollte zweierlei Bedenken

  1. Auch Menschen vergiften sich an Pestiziden, schätzungsweise mehrere Millionen Fälle im Jahr
  2. Wie Albert Einstein schon gesagt haben soll:“ Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr“6

Quellen

1: ZDF heute journal, 14.8.2012

2: Earth 9/11.com, Pesticide Facts

3: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland,Bienen schützen! Pestizide verbieten! Neonikotinoide – das schleichende Gift

4: GM Watch The world’s top 10 pesticide firms

5: wired.com, Leaked Memo Shows EPA Doubts About Bee-Killing Pesticide

6: Albert Einstein- Wikiquote

Bildquelle 1: Brian Robert Marshall

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