Geld durch Hunger

And the winner is… Barclays- and the looser is…44 Millionen Menschen, allein im 2. Halbjahr 2010, die durch Nahrungsmittelspekulation in extreme Armut gedrängt wurden. Nahrungsmittelspekulationen- riskant, umstritten aber lukrativ- die Folgen sind klar: Hunger. Und Hunger ist Tod. Banken, Hedgefonds, Staatsfonds: Sie alle setzen auf steigende oder fallende Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais, Soja, Zucker oder Kaffee. Die Lebensgrundlage wird so zum Spielball der Finanzindustrie- Nestle und Co. privatisieren Wasser, Barclays, Allianz und andere treiben die Preise fürs Essen hoch.

Voll im Trend

In den letzten fünf Jahren hat sich die Spekulation mit Nahrungsmitteln fast verdoppelt. Zwischen 2003 und 2008 stieg die Summe der Investitionen in Rohstoffindexfonds von 13 Mrd. US$ auf 317 Mrd. US$. Barclays, Goldman Sachs und Morgan Stanley: Global Player mit Milliardengewinnen. Wenn ein Manager in der Chefetage eines amerikanischen Konzerns nun auf steigende Sojapreise setzt, kann das bedeuten, dass sich danach Menschen auf der ganzen Welt, besonders in der 3. Welt, kein Soja mehr leisten können. In Kenia stieg der Preis von Mais um 27%- 1/4 mehr für Mais kann sich kaum ein Kenianer leisten.

Barclays ist nur einer von vielen Konzernen, aber er ist der schnellst wachsende Nahrungsmittelspekulant- und er brüstet sich damit, Pensionsfonds und anderen Großanlegern der Zugang zum Markt zu ermöglichen.

Was sagt Barclays?

Der  Konzern schiebt die Schuld auf andere Ursachen wie z.B. das Wetter. In einem Statement gegenüber foodmanufacture.co.uk sagt das Unternehmen, seine Mitarbeit in diesen Märkten „ trage zu einer transparenten Preisfestsetzung, die sowohl Herstellern als auch Verbrauchern zugutekommt“. Doch bleibt offen, wer von „Transparenz“ leben kann- und wer stattdessen Nahrungsmittel braucht.

529 MILLIONEN PFUND MACHTE BARCLAYS 2010-2011 MIT      LEBENSMITTELSPEKULATIONEN (Quelle: WDM)

Hört das denn nie auf?

Auch Barclays ist ein praktizierender Anhänger des Lobbyismus: in einem Jahr haben Mitarbeiter des britischen Finanzministeriums mindestens 15 mal Besuche von Barclays-Vertretern bekommen.

Deswegen wird die Firma zurecht mit dem  globalisierungskritischem Negativpreis „Public Eye Award“ ausgezeichnet.

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