Weil sie es sich wert sind- das Schönheits-imperium

L’Oreal ist momentan das größte Kosmetikunternehmen der Welt- die Erfolgsgeschichte ist über ein Jahrhundert verteilt- seit 1909

Zu den 27 Marken gehören

–          (Allgemeinheit) L’Oreal  Paris, Garnier,  Mabelline Jade

–          Die grüne Marke „The Body Shop“

–          Professionelle Marken (teilweise nur beim Friseur) wie Kérastase und Matrix

–          Vom Konzern als „Luxusprodukte“ bezeichnete Marken (Giorgio Armani, Biotherm)

68.900 Mitarbeiter, 20,3 000 000 000 Euro Umsatz 2011, vertrieb in 130 Ländern

Der Schönheitskrake von Clichy hat allerdings auch nicht so schöne Seiten, von der Vergangenheit bis heute.

„ mit dem Blut des Gerechten befleckt“- Nazis in Clichy

Der Gründe Eugene Schueller aus dem Elsass, der 1909 L’Oreal  gründet, bewundert die Nazis. Er schließt sich einer radikalen rechten Untergrundgruppe an, und nachdem Hitlers Truppen Frankreich besetzten, finanziert er die Nazis. Auch andere L’Oreal  Entscheidungsträger tun sich als Nazis auf

               Die Juden, diese heuchlerischen Pharisäer, haben keine Hoffnung mehr. Sie sind erledigt. Ihr Glauben ist zerstört. […] Auf ewig ist ihre Rasse mit dem Blut des Gerechten befleckt.

André Bettencourt, Ehemann von Schuellers Tochter und Firmenhauptauktionärin Liliane Bettencourt, in einem rechten Hetzblatt (1940-1942)

Joseph Corrèze, Topmann bei L’Oreal, wurde aus den USA ausgewiesen, weil er nachweislich  „Blut an den Händen hatte“, wie die taz berichtet

Schuellers Untergrundgruppe „La Cagoule“ traf sich sogar teilweise im L’Oreal -Hauptquartier.

L’Oreal  Heute: Diskriminierung, Lug und Betrug

Rassismus beschäftigt das Unternehmen auch heute noch: 1997 forderte ein Spitzenfunktionär der Luxusabteileung von L’Oreal  USA eine Mitarbeiterin auf, eine schwarze Frau zu feuern, zeigte auf eine weiße, blonde frau und sagte „ Hol mir eine, die wie die da aussieht“. In einem Werbespot für garnier wurden anfänglich nicht-weiße Frauen vom Casting ausgeschlossen.

2011 wurde bekannt, das L’Oreal  eines der Unternehmen ist, die SOPA unterstützen. Der „Stop Online Privacy Act“ ist der weniger bekannte Bruder von „ACTA“ beides unfassbar kontrovers diskutierte Gesetze, die zu einer Internetzensur führen könnten, befürchten viele.

                                                                         Die ungeschminkte Wahrheit zeigt L´Oreal nur ungern

Estée Lauder und Co. expandieren nach China, und das hat Folgen: die staatliche Behörden verlangen nämlich noch Tierversuche, und so müssen Kaninchen und Co. leiden für Kosmetikkonzerne, die im Reich der Mitte weitere Milliarden machen wollen. Die L´Oreal-Lobbyisten bedrängten die EU-Parlamentarier, das Tierversuchsverbot für Kosmetika in der EU zurückzuziehen

Einen Bluff nennt Der Spiegel das, was der Konzern herstellt. Parfüm aus Rosen, in Handarbeit hergestellt? Personalabbau, Chemieküchen, Großtanks, das ist die Realität. Über Anti-Celullite-Mittel „Neben Polyethylenglykolen, die die Haut schadstoffdurchlässig machen können, fanden die Tester Phthalate (Weichmacher), die von der EU als fortpflanzungsschädigend eingestuft werden. In zwei L’Oréal-Produkten wiesen die Tester künstliche Moschus-Verbindungen nach, die sich lebenslang im Fettgewebe anreichern. „Es gibt kein Mittel, mit dem man Cellulite wegcremen kann“, sagt Kerstin Scheidecker von „Öko-Test“ nüchtern.“ (DER SPIEGEL)

Zusammen mit dem Lebensmittelriesen Nestle (nach Bettencourt zweitgrößter Gesellschafter) werden Nahrungsergänzungsmittel auf Nanotechbasis entwickelt.

„Da kann ich nur lachen“

Biochemiker über die Versprechen der Kosmetikindustrie.

480 Millionen Euro flossen laut dem Artikel in Forschung, dem stehen allerdings 2,2 Mrd. € Werbungsausgaben entgegen. Noch mehr Zahlen? 46% wurden  einige L´Oreal Produkte nach der Euro-Umstellung teurer.

Über umstrittenen Inhaltsstoffe wird auch berichtet: „Phenylendiamin, ein aggressives Allergen, das in den dreißiger Jahren in Wimperntusche schwere Augenschäden verursachte. Der Stoff lässt Gewässer umkippen, ist als gefährlicher Abfall zu entsorgen und möglicherweise krebserregend – aber als Färbemittel sehr beliebt“

Der Preis der Schönheit ist hoch, denn die teuren Produkte oft unwirksam, unethische Praktiken an der Tagesordnung: bevor man sich L´Oreal Produkte in die Haare schmiert, sollte man es überdenken.

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