Bis zum Umfallen

300 Frauen kippten in einer kambodschanischen Fabrik einfach um im August 2011. Im südostasiatischen Land allein sollen 50 Fabriken für H&M produzieren. Die Verantwortlichen der H&M Zuliefererfabrik M&V spricht von einer Massenhysterie. Doch einiges deutet darauf hin, dass schlechte Belüftung verantwortlich sind. Mittlerweile sind Belüftungsanlagen und Thermometer installiert, doch vorher war es in den Fabrikräumen sehr heiß. Das Zeitlimit liegt eigentlich bei acht Stunden, doch wegen der niedrigen Löhne müssen viele 12-, 16 oder gar 24-Stunden-Schichten sind üblich- auch heute noch, mehr als ein Jahr nach dem Unfall. Wer nicht mitmache, dem werde gekündigt, heißt es. Der kambodschanische Mindestlohn von 50 Euro/Monat muss ganze Familien ernähren. Ein Jahr brauchten die ARD-Journalisten, um Einlass in die Fabrik zu bekommen. Doch die Betreiber der Fabriken präsentieren stolz, was sie getan haben: sie ermutigen Mitarbeiter, mehr Wasser zu trinken.

Auch der deutsche Puma-Konzern hatte 800 zusammengebrochene Mitarbeiter zu beklagen 2011. Der Grund. Schlechte Gesundheitsvorsorge und überlange Arbeitszeiten

Auch in El Salvador sollen Adidas und Puma für schlechte Arbeitsbedingungen verantwortlich sein: Kameraüberwachung, Temperaturen von 37 Grad, 60 Stunden pro Woche. Wer sich über Probleme wie ungenießbares Trinkwasser beschwert, fliegt. (Stand:2011)

Auf keinen der Fabriken steht H&M oder Puma; sie alle lassen über Zwischenhändler produzieren. Und trotzdem sind sie klar verantwortlich für die Bedingungen. Denn wenn der Preis zu hoch ist, ziehen sie ins nächste Land. Von Kambodscha nach Bangladesch oder so ähnlich. Diese aggressive Preispolitik sorgt für eine Spirale nach unten: bei den Preisen und den Löhnen. Die Fabrikbesitzer müssen immer ausbeuterischer handeln, um auf dem Markt zu bleiben. Kleidernähen bei Hitze für wenig Geld bis tief in die Nacht: es ist ein brutales Geschäft.

ARD 2011

ARD 2012

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