Abgebrannt: Billige Kleidung

Die Kosten der billigen Kleidung sind ja eigentlich mehr als genug bekannt. Doch wenn die roten „Billig“-Schilder auftauchen, vergessen wir das allzu schnell. Doch im Moment werden uns die Zustände in den Sweatshops Südostasiens wieder schmerzlich bewusst. 259 Menschen sterben im September in einer pakistanischen Fabrik. 16-Euro-Jeans wurden dort produziert. Auch für kik. Zur Katastrophe hatten auch die Umstände geführt. Die Fabrik glich einem Gefängnis: vergitterte Fenster, verschlossene Ausgänge, weder Feuerlöscher noch Fluchtwege. Am gleichen Tag brannte in Lahore (ebenfalls Pakistan) ein weiteres Textilwerk. Es gab wieder Tote. Und in Bangladesch gab es innerhalb von zwei Tagen (Sonntag, Montagmorgen)gleich zwei Brände. Der eine verlief glimpflich mit acht Verletzten, in den Flammen der anderen Fabrik starben über 120 Mitarbeiter. Beide Fabriken produzierten für C&A. Mehr und mehr große Handelsketten verlagern ihre Produktion nach Bangladesch, Vietnam oder Kambodscha. „Made in China“ ist C&A und Co. auch schon zu teuer. Endlose Arbeitstage, unbezahlte Überstunden, gefährliche Arbeitsbedingungen: bereits 2008 wurde im Spiegel berichtet. Die Arbeitstage dauerten 9-14 Stunden, 90% der von der Kampagne für Saubere Kleidung befragten Arbeiter erhielten einen Lohn von 14,30€ bis 29,70€- im Monat. Krankheit wird nicht respektiert, Gewerkschaften unterdrückt. Und auch 16 Stunden sind normal. Über Aldi-T-Shirts wurde dieses Jahr berichtet, sie würden für Stundenlöhne von ca. 20 Cent produziert. Im April wurde die misshandelte Leiche des Arbeitsrechtlers Aminul Islam außerhalb von Dhaka/Bangladesch gefunden.

Was die großen wie H&M oder Gap, die alle in Bangladesch produzieren, über Sozialstandards erzählen, ist Quatsch. Diese beiden Firmen weigern sich zum Beispiel, ein wirksames, bereits vorgelegtes Brandschutzabkommen zu unterschreiben. Allerdings gibt es auch positive Beispiele: Tchibo hat dieses Abkommen unterzeichnet und ausgerechnet der US-Konzern Wal-Mart hat seine Beziehungen zum Produzenten aus Bangladesch, dessen Fabrik abbrannte, aufgelöst. Der Preiskampf allerdings wird nicht so schnell enden und damit auch nicht das Leid derer, die  unsere Kleidung billig machen.

P.S: http://www.cleanclothes.org/urgent-actions Eilaktion gegen adidas-Produktion

Bild: War on want

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