Im Herzen von Conga

Ein Abend im November: in einem kleinen Hamburger Kino stehen die drei, vier
Dutzend Besucher auf und rufen in eine Kamera „Conga no va“-„Conga geht nicht“.
Conga, das ist ein Minenprojekt in Perus Andenregion, über das die Besucher
gerade eine Dokumentation gesehen haben. Yanacocha heißt das Unternehmen, das zum
Teil einem peruanischen Konzern gehört und der Newmont Mining Corporation. Über
deren Aktivitäten finden Sie auch im Artikel „Ein dreckiges Geschäft“ Informationen. Aus
Conga erhofft man sich gigantische Gewinne durch Gold. Doch es gibt Probleme:
vier wunderschöne Seen müssten weichen. Anwohner fürchten um ihr Wasser. Kein
Wasser- kein kochen, waschen, trinken, Viehzüchten, Pflanzen anbauen.
Künstliche Seen sollen die Natur ersetzen. Doch nicht nur die Lebensquelle
würde weichen, sondern auch die einzigartigen Sumpfgebiete rundherum. Ein
unersetzliches Ökosystem. Zwei Kabinette zerbrachen um den Streit. Polizei und
Militär knüppelten Demonstranten nieder. Angebliche Infoveranstaltungen
entpuppen sich als Imagekampagne. Im Frühjahr dann wandern die Bauern und ihre
Unterstützer in die Hauptstadt Lima, um zu protestieren.

Wer sich wehrt, muss sich allerdings fürchten. Immer wieder wird versucht, Aktivisten einzuschüchtern. Zweimal innerhalb von drei Wochen wurde in das Haus einer Rechtsanwältin der Umweltorganisation GRUFIDES eingebrochen. Ein anderes Mal wurde das Auto eines Umweltexperten beschädigt.  Bei friedlichen Demonstrationen misshandeln Polizei und Militär Projektgegner. GRUFIDES-Mitglieder werden ausspioniert.

Dafür ermahnte die Interamerikanische Menschenrechtskommission die Projektbetreiber, und das Lateinamerikanische Wassertribunal (TLA) forderte den Baustopp.

Die peruanische Regisseurin ist in dieser turbulenten Zeit ganz nah dran. Der Film ist
peruanisch mit englischen Untertiteln und sehenswert. Denn der Film ist nah
dran an den Menschen, am Geschehen. Er reißt mit. Er bewegt. Ein
leidenschaftliches Plädoyer für mehr Rücksichtnahme auf Mensch und Umwelt. Die
Musik besteht hauptsächlich aus Protestsongs, und das macht ihn zu einem
authentischen Dokument des Widerstandes.

yanacocha_congaLied zum Thema

(Trailer)

Unbedingt auch die Seite der Hamburger Solidaritätsinitiative ansehen

http://www.facebook.com/dignidadperuana.enhamburgo?ref=ts&fref=ts

Fotos

1. Seen, die zerstört werden müssten, wenn Conga umgesetzt wird (Baustopp aktuell, vermutlich wird heimlich weitergemacht (Youtube-Screenshot)

2: Mine in der Nähe von Conga: So könnte das auch mal aussehen (Google Maps Screenshot)

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