Makellos (?)

Die bunte, glitzernde Scheinwelt, in der Kinder keine Kinder mehr sein dürfen: der Film „Little Miss Sunshine“ zeigt uns kurz vor dem Ende verstörende Bilder eines typisch-amerikanischen Schönheitswettbewerb. Der Zwang zur Perfektion, von Diätpille bis hin zu Photoshop, äußert sich norgendwo entsetzlicher und makabrer als in  der Starfabrik für die kleinsten der Kleinen.
„Du musst nach Hollywood“
In the Oakwood Apartments in Hollywood gibt es kostenlose Kurse übers Schauspielen- für Kinder. Die jüngsten sind drei, vier. Im Frühjahr begint die „pilot season“. Eine Mutter vergleicht es mit der guten Saison für Verkäufer- schließlich gehe es in beiden Fällen darum, einen Abnehmer zu finden. Achtjährige Mädchen treten in Leder-BHs auf, es gibt Comedy- und Sprachkurse. Den Kinder erzählt man dass sie sich als Geschäft sehen sollen. Auf Plakate schreiben Kinder ihre Wünsche. Eine Elfjährige und ihre Ziele: mehr Geld, eine eigene Modelinie, eine eigene Nagelkosmetikkette.
7 Puppen pro Haus
7 Barbiepuppen hat jedes deutsche Mädchen durchschnittlich. Statistisch gesehen gehen drei Barbies pro Sekunde verkauft. In diesem Jahrzehnt gab es 23 Barbiefilme. 6,2 Milliarden Jahresumsatz bescheren Barbie und Co. dem Hersteller Mattel. Der verdient sein Geld mit Regenwaldrodungen und extremster Ausbeutung. Doch auch von den letzten Sumatratigern und Made in China abgesehen sind die gesellschaftlichen Folgen der Plastikpuppen hoch. Auch wenn es Mensch mit Barbies perfekten Maßen gar nicht lebensfähig wäre, so magern soch doch immer noch Kinder auf der ganzen Welt in den Tod hinein. Teure und gefährliche Präparate, endlose Operationen. Magersucht und Plastikpuppen

 

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Barbie: der Lack ist ab

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„Keine andere Industrie ist so pervertiert und skrupellos. (…) Es ist Sklaverei“ Ztat aus arte-Dokumentation

Von Koyoten und Hunden
Eines der kleinen Kinder aus Oakwood hat ein Casting für Grey´s Anatomy. Sie soll ein trauriges Kind spielen. Die Vorbereitungen laufen:  sie muss sich Videos auf Youtube anschauen- Suchwörter „sterbendes Kind“ und „krankes Kind“. Sie soll sich vorstellen, Koyoten fräßen ihren Hund.
Das ist üblich: eine andere Mutter hat ihr Kind zu 36 Castings geschickt- nichts geschah.
Scheinwelt
Nichts ist zu krass in der Miniversion von Hollywood. Kinder werden nicht anders behandelt als Erwachsene, und 4-Jährige bekommen schon mal Push-ups für Brüste und Hintern.
Eine sechsjährige ist seit ihrem 14. Monat auf der Bühne. Sie wird zu Werbejobs und Contests geschleppt. In sechs Jahren ihres Lebens ergatterte sie 300 Titel. Von einem Auftrag zum nächsten gedrückt, verlieren sie ihre Kindheit.
Die grotesken Bilder von Grundschulkindern, die geschminkt und aufgepusht durch die Kameras gezerrt werden und die Schnappschüsse von abgemagerten Models sind Stationen einer Karriere. Die Kinderstars von heute sind die Werbemodelle von morgen- der Nachwuchs für eine Multimilliardenindustrie, die uns tagtäglich den Schein der Perfektion vorgaukelt, um uns zu völlig unnötigen Käufen zu verleiten.

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