Ausbeutung und Fitch

Ausbeutung, Kinderarbeit, Altersdiskriminierung: bei Abercrombie & Fitch kauft man teuer, aber wahrlich nicht fair

Immer größerer Beliebtheit erfreut sich auch hierzulande der teure Bekleidungskonzern Abercrombie and Fitch mit seiner Marke Hollister. Wie so oft in der Textilindustrie hat der Konzern, was Arbeitsbedingungen angeht, ordentlich Dreck am Stecken. Nur teuer bedeutet nicht zwingend gut- schließlich sind die Nespresso-Kapseln ja auch teuer, aber längst nicht fair hergestellt.

Ausbeutung & Fitch: hüben…

Trotz des schicken Images beschweren sich immer öfter Mitarbeiter über ihren Arbeitgeber, schreibt Die Welt. Erzwungene Leibesvisitationen, befristete Arbeitsverträge (denn irgendwann ist das Personal nicht mehr hübsch genug). Mehr noch, beklagen sich die jungen Männer und Frauen darüber, ständig durch Kameras überwacht und unter Druck gesetzt zu werden. Auch ein Betriebsrat wurde unterdrückt. Einige dieser Praktiken gelten laut Arbeitsrechtlern als illegal. Doch mit großzügigen Abfindungen wird jeder Kritiker besänftigt.

Das Unternehmen zwingt sein Personal teilweise auch, die teure Markenkleidung zu kaufen und während der Arbeit zu tragen- finanziell problematisch bei den Niedriglöhnen, die gezahlt werden.

Kurzinfo: über 1000 Shops weltweit—3,5 Mrd. Dollar Nettogewinn–Marken Abercrombie, abercrombie kids, Hollister Co. und Gilly Hicks—

„Wir sind gegenüber unseren Menschen, unserem Planeten und den Gemeinschaften, in denen wir unser Geschäft betreiben verpflichtet“

(„We are committed to our people, our planet and the communities where we do business“)

(Abercrombie & Fitch, „A&F Cares“ Nachhaltigkeitsbericht 2010/2011)

https://i2.wp.com/media.treehugger.com/assets/images/2011/10/abercrombie.jpg

Demonstration beklagt Arbeitsbedingungen auf den Philippinen

…Wie drüben

Wenig bekannt sind leider auch die schweren Vorwürfe, die gegen das Unternehmen erhoben werden. Im Dezember 2010 verstarben fast 30 Mitarbeiter/innen einer Kleidungsfabrik in Bangladesch, die für Abercrombie produzierte. Die Notausgänge waren blockiert, und so wurden die Männer und Frauen lebendig verbrannt, totgetrampelt oder sie starben bei dem Versuch, aus den Fenstern zu springen. NGO´s kritisierten den Konzern für die Verwendung von usbekischer Baumwolle, bei deren Produktion regelmäßig Kinder zum Arbeiten gezwungen werden. Abercrombie war 2010 einer der letzten Hersteller, der keine Richtlinie zur Verhinderung solcher Zwangsarbeit im Repertoire hatte. Aber siehe da-öffentlicher Druck hat es wohl gerichtet. . 2012 wurde-abseits der Massenmedien und Werbeplakate-bekannt, dass A&F auch in einer indischen Fabrik fertige lässt, in der auch 16-Jährige arbeiten. 16 Stunden täglich arbeiten, unbezahlte Überstunden, die Wohnheime auf dem Fabrikgelände dürfen nur unter Überwachung durch die Aufseher oder Eltern verlassen werden. 2008 wurde im US-Staat Massachussets wurden 106 Fälle von illegaler Kinderarbeit untersucht- für mehr als die Hälfte davon war A&F verantwortlich. Bei einem philippinischen Zulieferer wollten die Mitarbeiter eine Gewerkschaft gründen-da entließ Abercrombie einfach alles Personal.

Desweiteren musste sich Abercrombie mit anderen Konzernen zu hohen Strafzahlungen verpflichten, hatten die Firmen die Fabrikarbeiter in asiatischem US-Territorium zu langer Arbeit genötigt, unter unsäglichen Bedingungen.

Bilder:

anna-milledgeville.blogspot.com und treehugger.com

UPDATE: International wird Abercrombie von Einer Welle der Empörung überrollt, seit zwei Bestandteile der Unternehmenspolitik bekannt wurden, die das perverse, korsett-artige Verständnis von Schönheit, das dieser Konzern propagiert, enthüllen:
– anstatt beschädigte Kleidung an Bedürftige zu spenden, werden sie bei A&F verbrannt- damit bloss niemand das Proletariat sieht in Kleidung, die für die „winner</em" in der Gesellschaft vorgesehen ist
– man wird schnell merken, dass A&F schon bei einer etwas breiteren Kleidergrösse aufhört. Denn, wie der Chef der Firma einmal sagte, will man ja nur an "coole" Kunden verkaufen- und die sind natürlich gertenschlank. Ein selten extremes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen bei dem Versuch, zur Lifestylemarle zu avancieren, negative Trends in der Gesellschaft wie Ausgrenzung und Diskriminierung, befeuert und stützt.

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Eine Antwort zu “Ausbeutung und Fitch

  1. Pingback: Konsumpf » Abercombie & Fitch – Der schöne Schein·

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